Ein Rechenzentrum dieser Größenordnung betrifft uns in verschiedenen Bereichen – von der Gesundheit über Immobilienwerte bis zur Energie- und Wasserversorgung der ganzen Stadt.
Alle Angaben basieren auf Vergleichswerten für Rechenzentren mit ca. 100 MW IT-Leistung. Die genauen Pläne des Investors sind uns nicht bekannt.
Rechenzentren können rund um die Uhr Lärm emittieren durch permanente Kühlung (Kühltürme) und regelmäßig durch Notstromaggregate (i.d.R. Dieselgeneratoren). Die dabei entstehenden niederfrequenten, brummenden Geräusche sind besonders problematisch: Sie durchdringen Wände, Türen und Fenster nahezu ungehindert und sind auf weite Strecken spürbar.
Ein 100-MW-Rechenzentrum erzeugt fast 100 MW Abwärme. Der Großteil wird vor Ort in die Umgebungsluft abgegeben. Das entspricht der Heizleistung für rund 150.000 moderne Wohnungen. Im Sommer kann sich die Außentemperatur in der direkten Nachbarschaft spürbar erhöhen – Kühlen wird teurer, schlafen schwieriger.
Rechenzentren gelten als besonders schützenswerte Objekte und sind daher nachts vollständig beleuchtet – auf einer Fläche von 120.000 qm. Das geplante Gebäude ist auf zwei Stockwerke mit einer Höhe von 15 Metern ausgelegt. Eine Industrieanlage dieser Dimension direkt an der Grenze zum Wohngebiet – nachts hell erleuchtet, rund um die Uhr. Lichtempfindliche Menschen können unter Schlafstörungen und Kopfschmerzen leiden. Auch Tiere und Insekten können dauerhaft beeinträchtigt werden.
Studien zu vergleichbaren Anlagen mit dauerhafter Lärmemission belegen Wertverluste von 5–20 % für angrenzende Wohnimmobilien. Für ein Rechenzentrum direkt neben einem Wohngebiet ist ein Wertverlust am oberen Ende dieser Bandbreite realistisch.
Die Abwärme des Rechenzentrums kann dazu führen, dass Anwohner im Sommer mehr Energie für Kühlung aufwenden. Gleichzeitig kann der enorme Strombedarf (876 Mio. kWh/Jahr) die Preise für alle beeinflussen.
Ein 100-MW-Rechenzentrum verbraucht jährlich 876 Millionen Kilowattstunden – mehr als eine ganze Stadt mit 200.000 bis 350.000 Einwohnern. Dieser Mehrbedarf hat direkte Konsequenzen:
Der Wasserverbrauch eines 100-MW-Rechenzentrums beläuft sich auf 2–3 Millionen Liter pro Tag – das entspricht dem Tagesverbrauch von 20.000 Personen.
Im Neubaugebiet sind weder Erdwärmepumpen noch Brunnen erlaubt, um die Wasserressourcen zu schonen. Wir kämpfen bereits heute mit verhältnismäßig niedrigem Wasserdruck. Ein Rechenzentrum würde diese Situation massiv verschärfen.
Für das geplante Rechenzentrum werden ca. 120.000 qm (12 Hektar) benötigt – nahezu vollständig versiegelt. Das belastet das Abwassersystem erheblich und vernichtet Grünflächen und landwirtschaftliche Flächen unwiederbringlich. (Quelle: Hamburger Abendblatt/BGZ, 28. Oktober 2025)