Auswirkungen auf unser Leben

Ein Rechenzentrum dieser Größenordnung betrifft uns in verschiedenen Bereichen – von der Gesundheit über Immobilienwerte bis zur Energie- und Wasserversorgung der ganzen Stadt.

1. Gesundheit

Dauerlärm durch Kühlung und Notstrom

Rechenzentren emittieren rund um die Uhr Lärm durch permanente Kühlung (Kühltürme) und regelmäßig durch Notstromaggregate (i.d.R. Dieselgeneratoren). Die dabei entstehenden niederfrequenten, brummenden Geräusche sind besonders problematisch: Sie durchdringen Wände, Türen und Fenster nahezu ungehindert und sind auf weite Strecken spürbar.

TA Lärm: In allgemeinen Wohngebieten gilt ein Immissionsrichtwert von 55 dB(A) tagsüber und 40 dB(A) nachts. Diesel-Notstromaggregate bei Großrechenzentren messen bis zu 100 dB(A) – die gesetzlichen Grenzwerte können in unserem Fall selbst tagsüber nicht eingehalten werden.
100 dB
Diesel-Generator (in 7 m)
82 dB
noch in ~1 km Entfernung
40 dB
Nachtgrenzwert (Wohngebiet)
24/7
Dauerbetrieb der Kühlung

Abwärme und Veränderung des Mikroklimas

Ein 100-MW-Rechenzentrum erzeugt fast 100 MW Abwärme. Der Großteil wird vor Ort in die Umgebungsluft abgegeben. Das entspricht der Heizleistung für rund 150.000 moderne Wohnungen. Im Sommer erhöht sich die Außentemperatur in der direkten Nachbarschaft spürbar – Kühlen wird teurer, schlafen schwieriger.

Lichtverschmutzung

Rechenzentren gelten als besonders schützenswerte Objekte und sind daher nachts vollständig beleuchtet – auf einer Fläche von 120.000 qm. Lichtempfindliche Menschen können unter Schlafstörungen und Kopfschmerzen leiden. Auch Tiere und Insekten werden dauerhaft beeinträchtigt.

2. Wirtschaftliche Folgen für Immobilieneigentümer

Wertverlust

Der Bau eines Rechenzentrums in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets führt nach vorliegenden Einschätzungen zu einer erheblichen Reduzierung des Immobilienwerts.

Geschätzter Wertverlust: 15–20 %
Bei einem Immobilienwert von 600.000 € entspricht das einem Verlust von ca. 100.000 €. Dies gilt nicht nur für das Neubaugebiet Finkenweg Nord, sondern für alle Gebäude im Umkreis von ca. 1 km.

Höhere Energiekosten

Die Abwärme des Rechenzentrums führt dazu, dass Anwohner im Sommer mehr Energie für Kühlung aufwenden müssen. Gleichzeitig treibt der enorme Strombedarf (876 Mio. kWh/Jahr) die Preise für alle.

3. Auswirkungen auf ganz Geesthacht

Strom: Ein gigantischer Verbraucher

Ein 100-MW-Rechenzentrum verbraucht jährlich 876 Millionen Kilowattstunden – mehr als eine ganze Stadt mit 200.000 bis 350.000 Einwohnern. Dieser Mehrbedarf hat direkte Konsequenzen:

  • Höhere Strompreise durch erhöhte Nachfrage
  • Wallboxen in der Hafencity werden durch Lastenmanagement stark eingeschränkt, weil die zusätzlich benötigte Kapazität kaum verfügbar sein wird
  • Belastung der lokalen Netzinfrastruktur

Wasser: 3 Millionen Liter täglich

Der Wasserverbrauch eines 100-MW-Rechenzentrums beläuft sich auf 2–3 Millionen Liter pro Tag – das entspricht dem Tagesverbrauch von 20.000 Personen.

Im Neubaugebiet sind weder Erdwärmepumpen noch Brunnen erlaubt, um die Wasserressourcen zu schonen. Wir kämpfen bereits heute mit verhältnismäßig niedrigem Wasserdruck. Ein Rechenzentrum würde diese Situation massiv verschärfen.

Fläche: 17 Fußballfelder

Für das geplante Rechenzentrum werden ca. 120.000 qm (12 Hektar) benötigt – nahezu vollständig versiegelt. Das belastet das Abwassersystem erheblich und vernichtet Grünflächen und landwirtschaftliche Flächen unwiederbringlich.

Zum Vergleich: Unser gesamtes Neubaugebiet Finkenweg Nord ist ähnlich groß (11,9 ha), bietet aber eine Kita und rund 300 Wohneinheiten mit 750–1.000 Bewohnern. Ein Rechenzentrum derselben Fläche schafft nur 50–100 Arbeitsplätze.

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